Quelle:DJV

Graugänse sind durch die Prägungsversuche von Konrad Lorenz vielen Menschen bekannt geworden, darüber hinaus gilt die Graugans als Stammform unserer Hausgans. Als einzige der grauen Feldgänse brütet sie in Mittel- und Südeuropa, ist aber ein Zugvogel, der im Winter unsere
Breiten verlässt und nach Süden ausweicht. Die keilförmigen Formationen der Gänse und ihr dunkler, rauer Ruf künden vom Herbst und nahenden Winter.

Kennzeichen:

Graugänse haben ein hell bräunlich-graues Gefieder, wobei Männchen und Weibchen kaum voneinander zu unterscheiden sind. Die Ruderfüße sind blassrot und der breite und hohe Schnabel ist gelblich-orange bis rosa-
fleischfarben, ohne dunkle Zeichnung. der Vorderflügel ist oberseits hell dunkel abgesetzt Eine Gruppe Gänse bildet im Flug einen V-förmigen Keil.
Größe: 74-84cm, Gewicht: 3 bis 4,5 kgVerbreitung und Stellung im zoologischen System

Als Brutvogel war die Graugans in West- und Süddeutschland in den 1940er Jahren fast verschwunden, bis sie in mehreren Gebieten wieder erfolgreich eingebürgert wurde. das Brutgebiet reicht von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa ostwärts bis zum Pazifik In Norddeutschland ist das Vorkommen der Graugänse mittlerweile wieder so angewachsen,
dass es dort zu erheblichen Gänseschäden in der Landwirtschaft kommt.
Die Graugans gehört zur großen Ordnung der Entenartigen (Anseriformes) und darin zur Familie der Entenvögel (Anatidae), Unterfamilie Schwäne und echte Gänse (Anserinae).

Lebensraum:

Die Graugans ist in Schilf- und Rohrbeständen, Mooren, Sümpfen und an Flussauen zu finden, ab Spätsommer in größeren Gemeinschaften auf Seen.
Das Brutgebiet reicht von Island, Schottland, Norwegen, Schweden und Finnland im Norden über weite Teile Mittel- und Osteuropas bis in den Balkan nach Asien. Sie ist ein Zugvogel, wobei die mitteleuropäischen Brutpopulationen im atlantischen Westeuropa und am Mittelmeer dort auch überwintern, in milden Wintern auch in Deutschland.

Nahrung:

Überwiegend pflanzliche Triebe, Blätter, Stengel, Samen und Früchte von Wasserpflanzen. Während der Herbst- und Frühjahrszüge fallen Gänse zur Nahrungsaufnahme regelmäßig auf gewässernahen Feldern ein.
Im Gegensatz zu Enten nehmen Gänse hauptsächlich an Land Nahrung auf. Mit den kräftigen Hornzähnen kann die Gans auch Gras und junges Getreide abrupfen.

Sinnesleistung und Lautäußerung:

Gesichts- und Gehörsinn sind hervorragend, der Geruchssinn ist gut ausgebildet. Schon in der Geschichte des Alten Rom ist überliefert, dass das Kapitol von Gänsen bewacht wurde, auch bei den Griechen galten sie als klug und wachsam. Die Innenseite des Schnabels ist besonders tastempfindlich. Die grauen Feldgansarten können am besten durch ihren unterschiedlichen Flugruf bestimmt werden, die Graugans hat einen tiefen, rauen Ruf – ein „ang-ang“.

Fortpflanzung und Lebenserwartung:

Gänse weisen eine meist lebenslange Paarbindung auf.
Die erste Brut, von April bis Mai, erfolgt im 3. Lebensjahr. Das Gelege mit etwa 5 – 8 schmutzig weißen Eiern befindet sich in Schilfbereichen oder geschützt von höheren Wasserpflanzen. Der männliche Vogel, der Ganter, hält während der Brut Wache. Brutdauer etwa 30 Tage Junge Gänse sind Nestflüchter und werden von beiden Elternteilen versorgt.
Nach 2 Monaten sind die Jungvögel flügge (etwa Mitte Juli), nach 4 1/2 Monaten erwachsen. Gänse sind gesellige Tiere und leben außerhalb der Brutzeit in Sozialverbänden. Durchschnittliche Lebensdauer: 4 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 35 Jahre.

Gefahren:

ggf. Trockenlegung von Feuchtgebieten, aber auch zunehmende Freizeitnutzung der Gewässer Ansonsten sind Gänse sehr wehrhaft, ihre Fressfeinde sind Fuchs und Seeadler. Kleinere Raubsäuger gefährden insbesondere Junggänse (Gössel genannt) sowie die Gelege.

Quellen:DJV